Materia Prima in der Kinemathek Karlsruhe: Lithium, Kolonialgeschichte und globale Verantwortung


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Materia Prima: Der Rohstoff-Wettlauf um die Zukunft
Der Dokumentarfilm Materia Prima – New Energy. Old Powers? führt am 30. Oktober 2026 in der Kinemathek Karlsruhe ins bolivianische Hochland, wo Lithium zum Symbol einer globalen Energiewende und zugleich zu einem Prüfstein für Gerechtigkeit, Selbstbestimmung und Dekolonialisierung wird. Regisseur Jens Schanze ist zu Gast und steht im Anschluss für Gespräche bereit.
Lithium zwischen Energiewende und Ausbeutung
Lithium gilt als Schlüsselrohstoff für Stromspeicher, Elektroautos, Rechenzentren und Smartphones. Der Film verfolgt die gegensätzlichen Interessen, die sich an den großen Vorkommen Boliviens bündeln: Europäische Unternehmen und politische Akteure suchen den Rohstoff für die industrielle Transformation, während die bolivianische Bevölkerung darin eine Möglichkeit zur Überwindung von Armut und wirtschaftlicher Abhängigkeit sieht.
Eine dokumentarische Werkbetrachtung mit globaler Perspektive
Jens Schanze verbindet beobachtende Kameraarbeit mit einer vielstimmigen Erzählweise. Europäische Verhandlungen, bolivianische Regierungsentscheidungen und die Mobilisierung zivilgesellschaftlicher Gruppen treten in Beziehung zu den Lebensrealitäten von Bauern, Lamahirtinnen, Minenarbeitern, Anwältinnen und politischen Aktivistinnen. Besonders eindringlich erscheint dabei die Rolle von Frauen, die den Widerstand gegen eine neue Form des extraktivistischen Wirtschaftsmodells organisieren.
500 Jahre Kolonialgeschichte im Blick der Gegenwart
Die filmische Dramaturgie öffnet den aktuellen Rohstoffkonflikt für eine historische Dimension. Eine Chronik eines indigenen Zeitzeugen aus dem 16. Jahrhundert verändert den Blick auf die Gegenwart und stellt die Frage nach der Bereitschaft zur Dekolonialisierung. So entsteht ein anspruchsvolles Kunsterlebnis zwischen politischem Dokumentarfilm, visueller Recherche und kulturhistorischer Reflexion.
Regie, Auszeichnungen und Festivalresonanz
Jens Schanze arbeitet als Autor, Regisseur und Produzent von Dokumentarfilmen. Seine Filme beschäftigen sich häufig mit gesellschaftlichen Umbrüchen, globalen Machtverhältnissen und den Folgen wirtschaftlicher Entscheidungen. Materia Prima wurde unter anderem bei CPH:DOX, DOK.fest München und DOC NYC gezeigt. Die Filmmusik von Atena Eshtiaghi erhielt beim DOK.fest München 2026 den Deutschen Dokumentarfilm-Musikpreis.
Fazit: Ein Filmabend für eine kritischere Zukunft
Das Karlsruher Publikum erwartet eine konzentrierte ästhetische Erfahrung, die politische Analyse, eindrucksvolle Landschaftsbilder und persönliche Perspektiven verbindet. Die anschließende Begegnung mit Jens Schanze vertieft die Werkbetrachtung und eröffnet Raum für Fragen zur Energiewende, zu globaler Rohstoffpolitik und kultureller Verantwortung. Wer Gegenwart nicht nur betrachten, sondern in ihren historischen Zusammenhängen verstehen möchte, sollte diesen Filmabend in der Kinemathek live erleben.
Offizielle Kanäle von Jens Schanze und Materia Prima:
- Instagram: https://www.instagram.com/materiaprima_film
- Website: https://www.materiaprimafilm.net/
- Filmverleih: https://www.cineglobal.de/materiaprima/









