ES WAR ZWANZIG VOR NEUN in Karlsruhe: Rätselhafte Bühnenkunst in der Orgelfabrik


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Ein Sommertheater voller Rätsel, Erbschaften und dunkler Familiengeheimnisse
Mit ES WAR ZWANZIG VOR NEUN bringt das Theater in der Orgelfabrik in Karlsruhe ein neues, eigens für den Spielort entwickeltes Bühnenwerk auf die Bühne. Die Inszenierung von Franco Rosa entfaltet aus der Vorlage von Gabriele Michel und Franco Rosa eine schaurig-groteske Theateratmosphäre, in der Miss Havisham, Estella und ein verwickeltes Familiennetz aus Gier, Erwartung und offenen Fragen aufeinandertreffen.
Eine Geschichte aus Dickens’ Schatten, neu für die Gegenwart erzählt
Die Vorarbeit des Ensembles knüpft laut Theater an Charles Dickens und Große Erwartungen an, bleibt aber konsequent im eigenen Kosmos des Hauses. Im Zentrum steht ein fast verfallenes Haus, dessen stehen gebliebene Uhren bereits das dramaturgische Grundmotiv setzen: Erstarrung, Erinnerung und ein Geheimnis, das Jahrzehnte überdauert. Genau daraus gewinnt die Aufführung ihren Reiz, denn sie verbindet literarische Anspielung mit lebendiger Bühnenkunst.
Miss Havisham, Estella und die Familie als düsteres Gesellschaftspanorama
Die Figuren erscheinen wie aus einem präzise geschliffenen Ensemble-Kabinett: Camilla und Raymond Pocket, der geldhungrige George, die erbittert wartende Sarah Pocket und Philip aus dem Dorf bilden ein Geflecht aus Interessen, Hoffnungen und taktischen Manövern. Wenn Mister Jaggers eine große Erbschaft ankündigt, kippt das Bühnengeschehen in eine Mischung aus Farce, Verdacht und psychologischer Spannung. So entsteht ein Abend, der nicht nur erzählt, sondern die Mechanik von Begehren und Macht sichtbar macht.
Die Orgelfabrik als atmosphärischer Spielort
Die Orgelfabrik-Halle gilt als charaktervoller Ort für sommerliches Theater in Karlsruhe. Die Stadt Karlsruhe beschreibt die Halle im Erdgeschoss als barrierefrei über einen Behindertenaufzug erreichbar; zugleich verweist sie auf die besondere Theaternutzung der historischen Industriearchitektur. Genau diese Mischung aus Nähe, Raum und Konzentration prägt das Bühnenerlebnis: kein großes Distanztheater, sondern unmittelbare Präsenz, klare Akustik und eine Theateratmosphäre, in der jede Geste zählt.
Spielzeit, Besetzung und künstlerische Handschrift
Die Produktion ist als Uraufführung ausgewiesen und läuft im Sommer 2026 mit mehreren Terminen bis Ende September. Das Theater in der Orgelfabrik setzt seit Jahrzehnten auf selbst geschriebene Stücke mit grotesken, schaurigen und literarisch inspirierten Motiven; genau in dieser Tradition steht auch dieser Abend. Die Mischung aus Regie, Licht und Ensemblearbeit verspricht ein fein austariertes Spiel zwischen Rätsel, Ironie und emotionalem Nachhall.
Fazit
ES WAR ZWANZIG VOR NEUN verspricht einen ungewöhnlichen Theaterabend zwischen Dickens-Atmosphäre, Familienintrige und schwarzem Humor. Wer Karlsruher Sommertheater mit literarischem Tiefgang, starker Figurenzeichnung und einer besonderen Spielstätte erleben möchte, sollte sich diesen Termin vormerken und die Aufführung live entdecken.
Offizielle Kanäle von Theater in der Orgelfabrik:
- Instagram: https://www.instagram.com/thidor_karlsruhe/
- Facebook: https://www.facebook.com/thidor.karlsruhe/
- YouTube: Kein offizielles Profil gefunden
- Website: https://www.theaterinderorgelfabrik.de/









