Cinderella im Badischen Staatstheater: Ein Märchenballett über Heimat und Befreiung


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Cinderella in Karlsruhe: Ein Märchenballett über die befreiende Kraft der Begegnung
Wenn sich am 31. Oktober 2026 im Großen Haus des Badischen Staatstheaters der Vorhang hebt, beginnt eine Märchenwelt zwischen Dunkelheit, Zauber und Hoffnung. Mit Cinderella präsentiert Hauschoreografin Kristina Paulin ihre erste abendfüllende Kreation für das Badische Staatsballett – eine Uraufführung, die das bekannte Märchen aus einer empathischen, neu belebten Perspektive erzählt.
Zwei Heimatlose finden zueinander
Im Zentrum der Inszenierung stehen Cinderella und der Prinz. Beide leben an Orten, die ihnen keine Heimat geben: Cinderella ist im eigenen Zuhause den Demütigungen und der harten Arbeit ausgeliefert, während der Prinz im Palast an Regeln und Erwartungen zu ersticken droht. Ihre Begegnung entfaltet dadurch eine besondere dramaturgische Spannung. Sie ist nicht nur märchenhaft, sondern auch befreiend.
Paulin bewahrt die vertrauten Spuren der Fassungen von Charles Perrault und den Brüdern Grimm, setzt ihnen jedoch eine zeitgenössische Perspektive entgegen. Das Märchenballett erzählt von Ausgrenzung, Klassismus, innerer Entfremdung und dem Mut, sich aus festgelegten Rollen zu lösen.
Opulentes Bühnenbild, kostbare Kostüme und Prokofjews Musik
Die Bühnenkunst erhält durch das Bühnenbild von Sebastian Hannak eine opulente, wandelbare Gestalt. Bregje van Balens Kostüme verleihen den Figuren eine prägnante visuelle Identität und lassen den Kontrast zwischen bedrückendem Alltag, höfischer Ordnung und zauberhaften Verwandlungen sichtbar werden.
Sergej Prokofjews Musik führt durch die wechselnden Seelenräume der Geschichte: melancholische Passagen treffen auf tänzerische Leichtigkeit, dramatische Klangfarben auf die funkelnde Atmosphäre des Balls. Die Badische Staatskapelle begleitet die Aufführung live und verleiht dem Bühnenerlebnis eine unmittelbare akustische Tiefe.
Ein Ballettabend für die ganze Familie
Die Inszenierung richtet sich an Besucherinnen und Besucher ab acht Jahren und verbindet klassische Märchenelemente mit moderner Erzählkunst. Ensembletänze, charaktervolle Figuren und die emotionale Entwicklung der beiden Hauptfiguren bilden ein farbenreiches Handlungsballett. Blinkende und flackernde Lichteffekte, Nebel und Hintergrundmusik gehören zu den angekündigten sensorischen Eindrücken.
Die Aufführung dauert rund zweieinhalb Stunden und enthält eine Pause. Bereits um 18:30 Uhr beginnt eine Einführung, die Einblicke in Dramaturgie, Choreografie und musikalische Gestaltung gibt. Im Anschluss an die Premiere lädt das Badische Staatstheater zur Premierenfeier im Neuen Entrée ein.
Fazit: Märchenzauber mit zeitgenössischer Klarheit
Cinderella verspricht ein intensives Bühnenerlebnis zwischen klassischem Ballett, moderner Choreografie und großer Theateratmosphäre. Kristina Paulin rückt nicht allein die märchenhafte Verwandlung in den Mittelpunkt, sondern die menschliche Sehnsucht nach Zugehörigkeit. Wer erleben möchte, wie Tanz, Musik, Licht und Bühnenbild einen bekannten Stoff neu zum Leuchten bringen, findet in dieser Premiere einen besonderen Abend für die ganze Familie.
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