Frauen in der DDR in Karlsruhe: Zwischen Gleichberechtigung und Lebenswirklichkeit

Event: Frauen in der DDR in Bildungszentrum Roncalli-Forum Karlsruhe, Ignatius-Saal, Kriegsstraße 37, 76133 Karlsruhe on 2. November 2026

Datum und Uhrzeit

2. November 2026 09:30 Uhr

Veranstaltungsort

Bildungszentrum Roncalli-Forum
Kriegsstraße 37, 76133 Karlsruhe, Deutschland

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Frauen in der DDR: Zwischen politischem Anspruch und gelebtem Alltag

Wie gleichberechtigt waren Frauen in der DDR tatsächlich? Der Frauengesprächskreis mit Dr. Ursula Degen lädt im Bildungszentrum Roncalli-Forum Karlsruhe zu einer fundierten Auseinandersetzung mit politischen Leitbildern, beruflicher Realität und persönlichen Lebenswegen ein. Im Mittelpunkt steht die Frage, wo der staatliche Anspruch der Gleichberechtigung mit dem Alltag übereinstimmte und wo deutliche Widersprüche sichtbar wurden.

Zwischen Verfassung und politischer Wirklichkeit

Die Gleichberechtigung von Männern und Frauen war in der Verfassung der DDR festgeschrieben. Gleichzeitig blieben die wichtigsten politischen Spitzenpositionen überwiegend Männern vorbehalten. Der Kurs nimmt diese Spannung zwischen offizieller Ideologie und tatsächlicher Machtverteilung in den Blick und ordnet sie historisch ein.

Berufstätigkeit als gesellschaftliche Norm

Über 90 Prozent der Frauen in der DDR waren erwerbstätig. Ein Leben als Nur-Hausfrau galt vielfach als unerwünscht. Diese besondere Alltagsrealität prägte die Rollen von Ehefrauen, Ehemännern, Familienvätern und Kindern. Im Gespräch wird untersucht, welche sozialen und familiären Auswirkungen die hohe Erwerbsbeteiligung der Frauen hatte.

Frauen in Wirtschaft und Führung

Auch die Arbeitswelt zeigt ein ambivalentes Bild. Frauen besetzten knapp ein Drittel der leitenden Positionen im mittleren Management. Auf Direktorenposten oder in den Vorständen Volkseigener Betriebe blieben sie hingegen die Ausnahme. Fragen nach Karrierechancen, beruflicher Anerkennung und gleichem Lohn für gleiche Arbeit bilden deshalb einen weiteren Schwerpunkt.

Biografien machen Geschichte greifbar

Neben dem politischen Umfeld fließen biografische Aspekte in die Veranstaltung ein. Einzelne Frauen und ihre Lebenswege eröffnen persönliche Zugänge zu einer Epoche, die bis heute nachwirkt. Der Austausch verbindet historische Analyse mit Erfahrungen, Fragen und unterschiedlichen Perspektiven des Publikums.

Referentin Dr. Ursula Degen studierte Germanistische Mediävistik, Neuere deutsche Literaturwissenschaft und Linguistik. Als freiberufliche Rhetoriktrainerin und Lehrbeauftragte bringt sie fachliche Erfahrung in die Gesprächsführung und Veranstaltungsplanung ein.

Fazit

Der Frauengesprächskreis bietet ein konzentriertes Veranstaltungserlebnis für alle, die sich für deutsche Zeitgeschichte, Geschlechterrollen und gesellschaftliche Veränderungen interessieren. Die ruhige Atmosphäre des Ignatius-Saals schafft Raum für Einordnung, Diskussion und neue Einsichten. Wer die DDR aus der Perspektive ihrer Frauen verstehen möchte, erlebt einen anregenden Vormittag mit historischem Tiefgang und persönlichem Austausch.

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Quellen:

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