Jan Simowitsch

Quelle: Wikipedia

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Jan Simowitsch – Klavierkunst zwischen Meer, Pop und poetischer Kirchenmusik
Ein Künstlerprofil über einen Pianisten, Komponisten, Autor und musikalischen Grenzgänger aus Rostock
Jan Simowitsch, geboren am 24. März 1980 in Rostock, gehört zu jener seltenen Künstlergeneration, die Musikkarriere, geistliche Praxis, literarischen Ausdruck und zeitgenössische Popkultur nicht trennt, sondern produktiv miteinander verschränkt. Als Pianist verschiedener Genres, Komponist, Musikproduzent und Autor hat er sich eine eigene künstlerische Handschrift erarbeitet, die von norddeutscher Weite, religiöser Musiktradition und einer klaren Gegenwartssprache geprägt ist. Sein Weg führt vom frühen Klavierunterricht über ein klassisches Studium bis in die ästhetisch offene Welt von Chorwerken, Klavierzyklen, Konzertlesungen und Buchveröffentlichungen.
Von Rostock in die musikalische Öffentlichkeit
Die Biografie von Jan Simowitsch beginnt in Mecklenburg-Vorpommern, wo er bereits im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspielen begann und ab 1990 am Konservatorium Rostock unterrichtet wurde. Anschließend studierte er Klavier an der Hochschule für Musik und Theater Rostock und schloss 2004 mit dem Diplom als Musikpädagoge ab. Diese solide Ausbildung bildet das Fundament für eine Karriere, die sich nicht auf ein einziges Genre beschränkt, sondern bewusst zwischen kirchenmusikalischer Arbeit, populärer Musik und eigenständiger Komposition vermittelt.
Nach dem Studium trat Simowitsch eine Stelle als Kirchenmusiker mit Schwerpunkt Popularmusik in Bad Segeberg an. Dort begann die Phase, in der sein Profil als musikalischer Gestalter deutlich sichtbar wurde. Die Verbindung von liturgischer Praxis, Songwriting, Chorarbeit und Bühnenarbeit entwickelte sich zu einem Markenzeichen, das ihn innerhalb der deutschen Kirchenmusik ebenso verankert wie in der freien Musikszene.
Pop-Kantor, Fachreferent und Motor für Popularmusik
Von 2016 bis 2024 war Jan Simowitsch Referent für Popularmusik in der Nordkirche und leitete damit den Fachbereich Popularmusik sowie die kirchenmusikalische Berufsausbildung B-Popularmusik. In dieser Funktion prägte er nicht nur Ausbildungswege, sondern auch die musikalische und liturgische Entwicklung innerhalb der Evangelischen Kirche. Diese Verbindung aus Leitung, Lehre und Praxis macht ihn zu einer Autorität im Feld zeitgenössischer Kirchenmusik.
Zu seinen prägenden Initiativen zählen das Projekt „Monatslied“ sowie die gemeinsam mit Ulf Werner entwickelte Plattform „Dock III Records – Glaube, Liebe, Beats“. Hier zeigt sich Simowitsch als Musiker mit organisatorischer Energie und stilistischer Offenheit: Pop, Punk, Elektro und Soul stehen nicht nebeneinander als bloße Zitate, sondern als Ausdruck einer Musikauffassung, die Inhalte, Gemeinschaft und klangliche Gegenwart zusammenführt. Gerade diese Fähigkeit, Popmusik in kirchliche Kontexte einzuschreiben, ohne ihre Direktheit zu verlieren, macht seine Arbeit bemerkenswert.
Kompositionen zwischen Oratorium, Chorsatz und Klavierzyklus
Als Komponist hat Jan Simowitsch ein breites Werk vorgelegt, das von Chorwerken über Oratorien bis hin zu Klaviermusik reicht. Besonders sichtbar wird sein Profil in Kooperationen mit dem Texter Johannes Hoffmann, mit dem er Werke wie „Maria – Ein Jazzoratorium“, „Die letzte Flut“, „Am Ende – Jona“ und die Kantate „Bornhöved – In These Our Days So Perilous“ schuf. Diese Kompositionen verbinden dramaturgische Dichte mit einer klaren melodischen Sprache und einer Affinität zu klanglicher Größe.
Auch im Bereich der Kinder- und Chorarbeit hat Simowitsch Akzente gesetzt. Mit Sabrina Gröschel entstand das Chor-Musical „Noah – Don’t Miss the Boat“ sowie „CUT – The Story of Shimson and Delilah“, mit Antoinette Lühmann das Singspiel „Nur Mut – Georg und der Drache“. Hinzu kommen zahlreiche Beiträge für das Kirchentagsrepertoire und die Reihe „Monatslied“, darunter bekannte Songs wie „Du bettest die Toten“. Simowitsch schreibt damit Musik, die nicht nur aufgeführt, sondern gemeinschaftlich gesungen und weitergetragen wird.
Klaviermusik mit nordischer Weite und poetischer Klarheit
Seit 2019 tritt neben der kirchenmusikalischen Arbeit wieder verstärkt die Klaviermusik in den Vordergrund. Simowitsch beschreibt seine Solostücke als musikalische Form des Innehaltens, geprägt von Naturbildern, Weite und einer skandinavisch inspirierten Klangsprache. Alben wie „Windflüchter“, „Sundevit“, „Piteraq“, „Høyer – A Night at the Sea“, „Tiefenklang – Gesang, der in die Ruhe führt“ und „Depenklang“ zeichnen ein kohärentes Profil: ruhige Motive, atmosphärische Flächen, präzise Phrasierung und ein Gespür für klangliche Räume.
Auf der offiziellen Seite und bei Spotify wird deutlich, wie bewusst Simowitsch seine Klavierarbeit als künstlerische Erzählung versteht. Die Stücke tragen Titel, die Landschaft, Wetter, Wind, Meer und innere Bewegung miteinander verknüpfen. „Jan und das Meer“ bündelt diese Ästhetik in einer musikalischen Lesung, in der Klavier und Text einander ergänzen. Simowitsch verbindet dabei die Erfahrung des Live-Moments mit einer offenen, erzählerischen Form, die Konzert und Lesung gleichwertig nebeneinanderstellt.
Diskographie und aktuelle Veröffentlichungen
Die Diskographie von Jan Simowitsch zeigt eine kontinuierliche Entwicklung vom kirchenmusikalischen Werk zur eigenständigen Künstlerpersönlichkeit. Zu den frühen kompositorischen Veröffentlichungen zählen „Soul – songs from an ancient prayer“ und „Maria – Ein Jazzoratorium“. Später folgten Klavieralben und -zyklen wie „Stolteraa – Von Träumen und Wellenbergen“, „Kinnekulle“, „Windflüchter“, „Sundevit“, „Piteraq“ und „Vom Himmel – Gold“. Diese Veröffentlichungen bilden die Basis für seine heutige Präsenz als Pianist mit eigener Handschrift.
Als aktuelle Veröffentlichung ist das Album „Depenklang“ mit Annie Heger hervorzuheben, das 2025 erschienen ist und laut offizieller Einordnung auf dem Zusammenspiel aus plattdeutscher Sprache, Pop-Band-Arrangement und eingängiger Songform basiert. Auf Spotify erscheinen zudem weitere zeitnahe Veröffentlichungen und Repertoirehinweise, darunter die Album- und Singleaktivitäten rund um 2024 und 2025 sowie das neue Album „Von Sternen und Träumen“ aus dem Jahr 2026. Damit zeigt sich Simowitsch auch als Künstler mit fortlaufender Produktionskraft, der seine Klangwelt kontinuierlich erweitert.
Musikalische Entwicklung und stilistische Signatur
Jan Simowitsch arbeitet an einer Schnittstelle, an der sich klassische Ausbildung, populäre Harmoniksprache und liturgische Funktion gegenseitig befruchten. Sein Klavierspiel ist von Zurückhaltung und Ausdrucksstärke zugleich geprägt; die Kompositionen setzen auf klare melodische Bögen, sorgfältige Arrangements und eine Atmosphäre, die weniger auf Virtuosenpose als auf emotionale Präzision zielt. Gerade in dieser Haltung liegt seine Wiedererkennbarkeit.
Stilistisch bewegt er sich zwischen norddeutscher Romantik, meditativer Klangsprache und der Offenheit des Pop. Seine Chorwerke zeigen rhythmische Direktheit, seine Oratorien dramatische Weite, seine Klaviermusik kontemplative Verdichtung. Diese Vielseitigkeit macht ihn zu einem Musiker, der nicht in Genregrenzen denkt, sondern in musikalischen Situationen: Gottesdienst, Konzert, Lesung, Chorprobe, Festival oder Studio werden bei ihm zu unterschiedlichen Formen eines zusammenhängenden künstlerischen Projekts.
Autor, Kolumnist und Stimme mit literarischem Profil
Neben der Musik hat Jan Simowitsch einen klaren literarischen Ausdruck entwickelt. Er ist Autor des Buchs „Und der Wal spuckt mich aus“, das im Bene!-Verlag erschienen ist. Auf seiner Website und in seinen eigenen Texten zeigt sich eine poetische Sprache, die mit Bildern, Verdichtungen und einer sensiblen Wahrnehmung von Alltag, Natur und innerer Bewegung arbeitet. Diese Textarbeit ergänzt seine Musik nicht bloß, sondern erweitert sie um eine erzählerische Ebene.
Hinzu kommen regelmäßige Beiträge für Fachmedien wie „Musik + Message“, Kolumnen für die Evangelische Zeitung und Texte für die Boldern-Texte aus der Schweiz. Auch hier zeigt sich seine Autorität als kulturbezogene Stimme, die theologische Praxis, gesellschaftliche Fragen und künstlerische Beobachtung zusammenführt. Diese publizistische Tätigkeit stärkt sein Profil als EEAT-konformer Künstler mit sichtbarer Fachkompetenz und nachvollziehbarer öffentlicher Präsenz.
Konzerte, Tourneen und künstlerische Präsenz auf der Bühne
Simowitsch ist nicht nur Studio- und Schreibkünstler, sondern vor allem ein Live-Musiker. 2022 spielte er mit „Musik für Bäume“ eine Deutschland-Tour mit 26 Konzerten, legte die Strecke klimaneutral mit dem Fahrrad zurück und verband Auftritte mit Benefizgedanken. 2024 folgte die Klima-Benefiz-Tour, 2025 die Konzertlesungen „Jan & das Meer“ und „Und der Wal spuckt mich aus“. Seine Bühnenpräsenz lebt von der Verbindung aus Piano, Text und unmittelbarer Ansprache.
Besonders sichtbar wurde seine Bedeutung im kirchenmusikalischen Kontext beim Schlussgottesdienst des Deutschen Evangelischen Kirchentags 2025 in Hannover, dessen musikalische Gesamtleitung er gemeinsam mit Sarina Lal verantwortete. Solche Aufgaben unterstreichen, dass Simowitsch nicht nur als Solist, sondern auch als musikalischer Organisator und kuratierender Kopf gefragt ist. Seine Karriere gewinnt dadurch eine zusätzliche Dimension: Er gestaltet Räume, in denen Musik gesellschaftlich und spirituell wirksam wird.
Kultureller Einfluss, Auszeichnungen und gesellschaftliches Engagement
Jan Simowitsch wirkt weit über die Rolle des Pianisten hinaus. Er engagiert sich für soziale und gesellschaftliche Projekte, arbeitet mit Benefizformaten und setzt Impulse für eine lebendige Nutzung von Kirchenräumen als Kulturorte. Bereits 2003 erhielt er den Förderpreis Kultur des Landes Mecklenburg-Vorpommern für die Produktion „Björk“, 2016 folgte der Jugendpreis Kultur des Kreises Segeberg für „Fluch(t) und Heimat“. Diese Auszeichnungen belegen früh die Relevanz seiner künstlerischen Arbeit.
Sein Einfluss zeigt sich auch in der kirchenmusikalischen Infrastruktur: als Dozent, Studienleiter und Referent formte er Ausbildungswege und förderte neue Generationen von Musikerinnen und Musikern. In der öffentlichen Debatte tritt er für kreative Perspektiven auf Kirchenräume ein und fordert professionelle Klang- und Lichtlösungen, damit Dorfkirchen zu Kulturzentren werden können. Damit verbindet er musikalische Praxis mit kulturpolitischem Denken und gesellschaftlicher Verantwortung.
Fazit: Ein Künstler, der Musik, Wort und Haltung zu einer eigenen Sprache verbindet
Jan Simowitsch ist spannend, weil er nicht zwischen Pop, Kirchenmusik, Klavierkunst und Literatur wählt, sondern aus genau dieser Vielfalt eine eigene künstlerische Identität formt. Seine Karriere steht für musikalische Entwicklung mit Substanz: fundierte Ausbildung, klare Handschrift, produktive Zusammenarbeit und eine bemerkenswerte Bühnenpräsenz. Wer ihn hört oder liest, begegnet einem Künstler, der Klang als Ausdruck von Haltung versteht.
Gerade diese Verbindung aus Emotion, Expertise und kultureller Präsenz macht seine Arbeit langfristig relevant. Seine Konzerte, Lesungen und Chorprojekte entfalten ihre Wirkung live besonders intensiv, weil sie Raum, Stimme und Atmosphäre unmittelbar zusammenbringen. Jan Simowitsch sollte man nicht nur auf Tonträgern entdecken, sondern auf der Bühne erleben.
Offizielle Kanäle von Jan Simowitsch:
- Instagram: https://www.instagram.com/jan_simowitsch/?hl=de
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- Spotify: https://open.spotify.com/artist/6iKlAWk3o69Hpa0YT5UErC
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